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Donauausbau Straubing - Vilshofen

Variantenunabhängige Untersuchungen zum geplanten Donau-ausbau zwischen Straubing und Vilshofen sowie zur Herstell- ung eines 100-jährlichen Hochwasserschutzes (HWS) gemäß LEP
 
Auftraggeber
Bundesrepublik Deutschland und Land Bayern vertreten durch die RMD Wasserstraßen GmbH
Projektbearbeiter
PSU: Ökologische Studie,
UVS zum ROV,
vorgezogener HWS:
- Ortsschutz Pleinting,
- Aiterach und Reibersdorf,
(Erfolgskontrollne zum LBP)
- Niederalteich / Steinkirchen
(Umsetzung CEF-Maßnahmen)
ArGe Danubia: EU-Studie
(variantenunabhängige Unter-
suchungen zum Donauausbau),
vorgezogener HWS:
- Ortsschutz Winzer
Bearbeitungszeitraum
1993-2001 (Ökologische Studie)
2004-2006 (ROV)
2010-2013 (EU-Studie)
2010-2016 (vorgezogene HWS-Projekte)
Leistungen
- Kartierungen
- Aufbau eines GIS
- Bilanzierungen und Bewertungen
für Ist-Zustand und Varianten
- Umsetzung CEF-Maßnahmen für
Vögel und Fledermäuse

Die zu erwartenden Umweltwirkungen des geplanten Donauausbaus zwischen Straubing und Vilshofen werden seit 25 Jahren mittels Einsatz eines Geographisches Informations-Systems (GIS) bilanziert und anschließend naturschutzfachlich bewertet sowie die jeweilige künftige Situation (Prognose) mit dem derzeitigen Zustand der Donau und ihrer Aue verglichen. Auch bei der Prognose bildeten GIS-gestützte Modelle (Berechnung von Standortpotenzialen, Wirkungsketten, Bestands-Risikokarten) eine wichtige Grundlage.
Auf diesem Abschnitt der Bundeswasserstraße Donau von ca. 69 km Länge und mit einem Untersuchungsgebiet von bis zu ca. 25.000 ha wurden mittlerweile zahlreiche verschiedene Ausbauvarianten untersucht (Flussbauliche Regulierungen mit Buhnen und Parallelwerken, Sohlberollungen, Staustufen mit unterschiedlichen Stauzielen mit und ohne Durchstichen bzw. Seitenkanälen).

Der Bund und das Land Bayern haben sich im Anschluss an das Raumordnungsverfahren (ROV) auf eine Prüfung der sog. Variante A und der sog. Variante C 2,80 verständigt. Seit 2009 wurden die Auswirkungen nur dieser beiden Ausbauvarianten - sowohl auf die Schifffahrt als auch auf die Umwelt - untersucht, prognostiziert und beurteilt (EU-Studie). Um die Eingriffsintensität der beiden Ausbauvarianten beurteilen zu können, diente der jetzige Zustand der Umwelt im Planungsraum als Vergleichsbasis.

 

Prinzip der flussbaulichen Regelung bei Variante A (Quelle, Bildnachweis: WSD Süd, http://www.donauausbau.wsv.de)
 
Ein Wehr bei Aicha (beispielhafte Visualisierung bei Mittelwasser) ist der wesentliche Unterschied zwischen Variante C2,80 und Variante A. Es war als Schlauchwehr mit vier Wehrfeldern und temporärer Wasserspiegelstützung geplant. (Quelle, Bildnachweis: WSD Süd, http://www.donauausbau.wsv.de)
Projektdetails Donauausbau
Sie können das Projektblatt hier downloaden

Untersuchungen zweier Ausbauvarianten (EU-Studie)

In dieser Studie wurden – variantenunabhängig – technische und ökologische Details des Donauausbaus ermittelt. Die umweltplanerischen Untersuchungen wurden in Planfeststellungstiefe durchgeführt, s. d. nach einer Einigung auf eine der Ausbauvarianten die unmittelbare Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens möglich ist. Folglich wurden bei der Bearbeitung der Umweltbelange alle aktuell für ein Planfeststellungsverfahren anzuwendenden gesetzlichen Regelungen, insbesondere die einschlägigen EU-Richtlinien, berücksichtigt.

Mit der Erstellung der Umweltplanungsbeiträge wurde die ArGe Danubia , ein gleichberechtigter Zusammenschluss der drei Planungsbüros Prof. Schaller UmweltConsult, Bosch & Partner sowie Jestaedt + Partner, beauftragt. Ferner wurden die jeweiligen fischökologischen Fachteile der Umweltplanungen von der ArGe Donauplan, einem Zusammenschluss dreier weiterer Firmen, bearbeitet. Für jede der beiden Ausbau-Varianten wurden von der ArGe Danubia folgende Planungsbeiträge erstellt:
• Umweltverträglichkeitsstudie, inkl. Beitrag zur Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)
• FFH-Verträglichkeitsstudie, inkl. Kohärenzmaßnahmenkonzept
• Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag (saP)
• Landschaftspflegerischer Begleitplan (LBP)
Parallel zur Untersuchung der genehmigungsrelevanten Umweltbelange des geplanten Donauausbaus wurden von der ArGe Danubia für den betroffenen Abschnitt von Straubing bis Vilshofen die Umweltauswirkungen eines umfassenden Hochwasserschutzkonzeptes ebenfalls in Planfeststellungstiefe ermittelt und in die entsprechenden Umweltfachteile zum Donauausbau für ein anschließendes Genehmigungsverfahren integriert.

Unter der fachlichen Federführung, Koordination und Qualitätskontrolle der PSU wurden 2011 mit GISPad-Unterstützung folgende für viele Bewertungen grundlegenden Geländearbeiten einschließlich deren Digitalisierung, Attributierung, Bewertung und Dokumentation (Meta-Daten) durchgeführt:
• flächendeckenden Erfassung der Pflanzengesellschaften,
• FFH-Lebensraumtypen,
• Biotoptypen inkl. §30 BNatSchG bzw. Art. 63 BayNatSchG
• Waldstrukturkartierung

Neben gutachterlichen Text- und Kartenbeiträgen zu oben aufgelisteten Fachberichten erarbeitete die Prof. Schaller UmweltConsult hierfür mit ArcGIS 10.1 die GIS-technischen Grundlagen im Raster-/Vektor-Format auf Basis vom Auftraggeber zur Verfügung gestellter Daten (z.B. Wasserspiegellagen) wie z. B.:
• Hochauflösendes Digitales Geländemodell (DGM) aus Laserdaten für ca. 200 qkm
• Wasseranschlagslinien für 7 verschiedene stationäre Durchflüsse
• Ermittlung/Darstellung der Überschwemmungszonen/-dauer
• Berechnung/Darstellung der Grundwasserflurabstände
• Berechnung/Darstellung der Mächtigkeit der Auelehmschicht anhand der Ergebnisse von ca. 15.000 Bohrstockeinschlägen und mehreren tausend Erkundungsbohrungen und Rammsondierungen sowie des Laser-DGM
• Berechnung/Darstellung von Standortpotentialkarten nach Modellvorschriften der Bundesanstalt für Gewässerkunde
• Ermittlung/Darstellung von Habitatkulissen für indikatorisch besonders bedeutende Charakterarten und charakteristische Arten der FFH-Lebensraumtypen

Das umfassende Hochwasserschutz-Konzept für die gesamte Strecke von 69 Kilometer wird nach Variante A weiterentwickelt. Bereits 2013 wurde mit dem Bau von Hochwasserschutzmaßnahmen begonnen. Von den 35 vorgezogenen Hochwasserschutzprojekten wurde seit 1999 die Mehrzahl abgeschlossen.

Die Prof. Schaller UmweltConsult GmbH wurde sowohl direkt als auch über die ArGe Danubia mit der Erstellung von Umweltplanungsunterlagen, Erfolgskontrollen oder der Durchführung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen bei einigen der vorgezogenen Hochwasserschutzmaßnahmen beauftragt. Bsp.: Umsetzung von CEF-Maßnahmen in Niederalteich durch Anbringen von Fledermauskästen und Bohren künstlicher Baumhöhlen sowie Anbringen von Nisthilfen für Turmfalke und Gänsesäger im Jahr 2015 oder Planung von Seigen mit Vernässungszonen angrenzend an Kiebitzfenster (2016).

Weiterführende Information:
Die EU-Studie wurde im Dezember 2012 fertig gestellt. Die politische Entscheidung zum Donauausbau und Ausbau des Hochwasserschutzes fiel zu Gunsten der flussbaulichen Variante A aus. Der bayerische Ministerrat hat im Februar 2013 beschlossen, für die gesamte Strecke von 69 Kilometern ein umfassendes Hochwasserschutzkonzept nach dieser Variante zu erstellen. Die EU-Studie bietet sowohl für den Hochwasserschutz als auch für den Ausbau der Wasserstraße eine gute Planungsgrundlage. Auf dieser Basis werden bis zum Planfestellungsverfahren von der RMD Wasserstraßen GmbH Detailplanungen für den Hochwasserschutz weiter vorangetrieben. Der erste Donauabschnitt zwischen Straubing und Deggendorf befindet sich derzeit in der Planfeststellung. Aktuelles zum Verfahrensstand finden sie hier. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens für den Ausbau der Wasserstraße und die Verbesserung des Hochwasserschutzes an der Bundeswasserstraße Donau stehen im April und Mai 2016 im Teilabschnitt 1 Straubing – Deggendorf die Erörterungstermine an. Mit dem Beginn des Ausbaus der Donau selbst ist frühestens im Jahr 2016 zu rechnen.

Projektdetails Höhenmodellierung
Sie können das Projektblatt hier downloaden
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